23.08.2019 Überregional

Zwischenfruchtdüngung

Was ist zulässig, was ist sinnvoll?
Nur ein dichter Zwischenfruchtbestand erschließt die ganzen Vorteile des Zwischenfruchtanbaus!

Regulatorische Seite

Die Düngung zur Zwischenfrucht wurde mit der Novellierung der Düngeverordnung 2017 stark eingeschränkt. Eine Düngung ist nach den Vorfrüchten Winterraps, Kartoffeln, Leguminosen (und Gemenge mit > 50 % Anteil), Gemüse, Erdbeeren und Mais generell nicht zulässig.
Auch Sommerzwischenfrüchte (Zwischenfrucht vor Winterungen) dürfen nicht gedüngt werden, da wegen des frühen Umbruches die Nährstoffaufnahme nicht sichergestellt ist.

Bei Zwischenfrüchten nach anderen Vorfrüchten, zum Beispiel Getreide, gilt:
Die N-Düngemengen dürfen 30 kg NH4+-N (hierzu zählt jeglicher Stickstoff aus mineralischen Stickstoffdüngern) und 60 kg Gesamt-N nicht überschreiten. Auch muss für eine Düngung die Saat vor dem 15. September und die Ausbringung vor dem 01. Oktober stattfinden. Bei Greening-Zwischenfrüchten gilt zusätzlich, dass sie generell nur organisch gedüngt werden dürfen.

Bei Zwischenfrucht-Mischungen mit Leguminosen-Anteil gelten länderspezifisch gesondert Auflagen, die die zulässige Düngung limitieren.

Pflanzenbaulich – was macht Sinn?

Leider führte die Frühjahrstrockenheit in diesem Jahr wieder zu Ertragseinbußen, die in bestimmten Regionen massiv ausfielen. Auf Getreideflächen mit einem Ertrag <70 % der Planmenge kann im Normalfall auf eine zusätzliche N-Düngung zur Zwischenfrucht verzichtet werden (Reststickstoff). Bei planmäßigen Vorfruchterträgen ist eine Zwischenfruchtdüngung aber essentiell, um einen ausreichenden Aufwuchs für die positiven Effekte des Zwischenfruchtanbaus (Humusaufbau, Unkrautunterdrückung, Bodengare, positive phytosanitäre Effekte, Erosionsschutz, …) zu realisieren. Auch Leguminosen-haltige Zwischenfruchtmischungen sollten, wenn nach Länderauflagen zulässig, mit einer Gabe von ca. 40 kg/ha versehen werden, um die Jugendentwicklung zu fördern.
In jedem Fall führt die N-Düngung zur Zwischenfrucht 2019 in 2020 zu einer geringeren N-Düngung der Rüben. Die genaue Abzugshöhe ist von Zwischenfruchtart, Aufwuchs und Witterung abhängig. Hierzu bietet Ihnen dann vor der Rübendüngung das Programm LIZ Npro eine genaue Kalkulationshilfe.


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