Aufgrund der frühen Aussaat und trockenen Folgewitterung waren im Frühjahr nur wenige Ausfälle durch Wurzelbrand zu beobachten. Möglicherweise mindern diese Umstände auch das spätere Auftreten der Rhizoctonia-Fäule oder Gürtelschorf. Rhizoctonia-Fäule wurde im Rheinland auf einigen Flächen bereits nesterweise gesichtet. Die Rübenkopffäule, verursacht durch Ditylenchus dispaci könnte aufgrund des trockenen Frühjahrs nur geringe Schäden verursachen. Die Rübenmotte trat aufgrund der im Juli recht feuchten Witterung in NRW, aber auch im üblicherweise stärker betroffenen Anbaugebiet Könnern schwächer auf. Sekundärinfektionen könnten daher geringer ausfallen. Im Anbaugebiet Könnern wurden seit Mitte August auf Standorten mit Zikadenflug erste Symptome von SBR und Stolbur registriert. Dort ist im weiteren Verlauf und insbesondere unter trockenen Bedingungen Fäulnis durch Sekundärinfektionen möglich.
Rübenbestände kontrollieren:
Trotz der bisher eher hinderlichen Umstände kann sich Fäulnis im Herbst je nach Witterung und Bodeneigenschaften schnell einstellen. Dies betrifft vor allem die Flächen, auf denen in den Vorjahren faule Rüben aufgefallen sind oder die unter Staunässe sowie Bodenverdichtungen leiden. Kontrollieren Sie daher Ihre Flächen auf Fäulnissymptome am und im Rübenkörper. Das Rübenblatt kann dabei trotz Fäulnis noch gesund aussehen. Zur genauen Krankheitsbestimmung empfehlen wir die LIZ-Broschüre „Rübenfäulen, Nematoden und Schäden“. Sind Ihre Schläge stark betroffen, kontaktieren Sie Ihre Anbauberatung, um eine gute Lösung für diese Lieferungen zu finden.
Vorbeugende Maßnahmen:
Eine verbesserte Bodenstruktur und eine bodenarttypische Anpassung des pH-Wertes (möglich durch den Einsatz von BETAcal) mindern das Auftreten von Rhizoctonia-Fäule, Gürtelschorf und Wurzelfäule. Eine optimale Nährstoffversorgung (v.a. durch Kalium und Bor) und die Absenkung zu hoher Boden pH-Werte wirken der Rotfäule, der Herz- und Trockenfäule und der Flankenfäule entgegen. Auch der Einsatz toleranter Sorten, das Meiden von Wirtspflanzen (z.B. Mais) in der Fruchtfolge, der Anbau resistenter Zwischenfrüchte und eine Saatzeit-Verzögerung können der Ausbreitung von Fäulnis-Erregern entgegenwirken.




