Das Zuckerrübenjahr 2025 war vielerorts durch einen frühen, zügigen Start geprägt. Bereits ab Mitte März nahm die Aussaat deutlich Fahrt auf und Anfang April waren die meisten Flächen bestellt. Ein früher Reihenschluss war die Folge. Die Unkrautregulierung fand an vielen Standorten unter trockenen Bedingungen statt. Durch den Wegfall von Debut/Shiro/Kaskad musste die NAK als Nachauflaufbehandlung im Keimblattstadium der Unkräuter wieder gelebt werden. Ein sehr frühes Treffen der Unkräuter im Keimblattstadium war für eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung entscheidend. Im Conviso-Smart-System waren Splitting-Anwendungen, Spritzenhygiene und eine konsequente Schosserkontrolle – auch in Folgekulturen nach Convisorüben – besonders wichtig.
Parallel dazu prägten die klassischen Schaderreger und Krankheiten den Jahresverlauf. Beim Blattlausgeschehen trat die Schwarze Bohnenlaus häufig und früh auf und verursachte Saugschäden, während die Grüne Pfirsichblattlaus als Virusüberträger später und regional unterschiedlich relevant wurde. Viröse Vergilbung war in den betroffenen Regionen oft deutlich zu sehen.
Ein immer wiederkehrender Schwerpunkt lag auf der Blattgesundheit. Das Blattkrankheiten-Monitoring zeigte vielerorts ein sehr frühes Infektionsgeschehen mit entsprechenden Behandlungen. Die Beratung hat in den letzten Jahren sehr stark auf blattgesunde Sorten als beginnenden wichtigsten Baustein in der Cercopora-Kontrolle gesetzt. Wichtig war neben der Befallshäufigkeit besonders die Befallsstärke (zerstörte Blattfläche), weil sie über Blattverlust, Neuaustrieb und damit über die Zuckereinlagerung entscheidet. Aufgrund des ruhigen Infektionsgeschehens im August war die Befallsstärke am Ende der Behandlungssaison niedriger als im Jahr zuvor. Neben Cercospora spielten je nach Region auch Mehltau, Rost und Ramularia eine Rolle. Insgesamt bestätigte sich: rechtzeitige Bonitur, passend terminierte Maßnahmen und Wirkstoffwechsel sind zentrale Bausteine stabiler Bestände.
Zunehmend im Fokus stand der SBR-Komplex mit der Schilf-Glasflügelzikade als Überträger. Das umfassende Monitoring diente dazu, regionale Risiken besser einzuordnen und Bestände gezielt zu kontrollieren – nach dem Grundsatz „erst diagnostizieren, dann handeln“. Entsprechende insektizide Notfallzulassungen standen zur Verfügung und wurden im Anbaugebiet Könnern nach der Bewarnung durch die Offizialberatung eingesetzt. Im Rheinland konnten erste und äußerst wenige Schilf-Glasflügelzikaden gefunden werden, die zu keinem Schaden an den Rüben führten.
Insgesamt hat die frühe Aussaat, die gute Bestandesentwicklung, eine gute Blattgesundheit und der Regen zur rechten Zeit dazu geführt, dass vor der Ernte sehr gute Rübenerträge mit hohen Zuckergehalten auf den Äckern standen.
Auch die Ernte und Kampagne verlief bis Mitte November ruhig und stabil, mit überwiegend guter Rübenqualität. Kritisch waren die ungewöhnlich frühen und starken Frosteinbrüche um den 21. November herum, die die Rüben schädigten und die Lagerfähigkeit sowie Verarbeitung beeinträchtigten. Entscheidend war es, das Roden im Frost zu vermeiden und die Mieten rechtzeitig und korrekt abzudecken. Wo Frostschäden auftraten, wurden solche Partien zügig in die Verarbeitung gegeben. Eine Herausforderung für Logistik und Fabrik.
Die Aussaat 2026 steht vor der Tür. Daher wünschen wir Ihnen einen guten Start ins neue Rübenjahr und freuen uns, wenn wir Ihnen bei Fragen helfen dürfen.