Für einige Betriebe steht aktuell die zweite Fungizidmaßnahme an, um dem vorherrschenden Cercospora-Befallsdruck bei gleichzeitig nachlassender Wirkung der Erstbehandlung entgegenzutreten. Bei der aktuellen Wetterlage ist dies ca. 3 Wochen nach der Erstbehandlung der Fall. Außerdem steigt der Anteil unbehandelter neu ausgetriebener Blätter.
Bei der Wahl des geeigneten Fungizids ist eine Alternierung der Wirkstoffe zu beachten, um eine Resistenzbildung des Erregers zu unterbinden. Wenn Sie zur Erstbehandlung Propulse angewendet haben, empfiehlt sich eine Folgebehandlung mit Diadem. Dies und weitere Anwendungsempfehlungen entnehmen Sie unserem Infoblatt „Fungizidstrategie“.
Das Resistenzrisiko kann zusätzlich durch den Einsatz eines Kupferpräparats reduziert werden bei gleichzeitiger Wirkungsverbesserung der eingesetzten Fungizide. Wichtige Anwendungsbestimmungen entnehmen Sie unserem Infoblatt „Kupferpräparate mit Notfallzulasung“.
Nicht nur Cercospora ist bekämpfungswürdig. In allen Anbaugebieten wurde über das Blattkrankheitenmonitoring bereits vereinzelt Rost entdeckt. Der Befall zeigt sich auf der Blattoberseite der älteren Blätter durch rostbraune Pusteln, welche sich im späteren Verlauf zu einem flächigen Belag entwickeln. Auch Ramularia wird im Anbaugebiet Jülich stellenweise gesichtet. Charakteristisch sind unregelmäßige, hellbraune Flecken, die bei fortschreitendem Befall ineinanderfließen und zum Vertrocknen der Blätter führen.
Somit richtet sich eine Fungizidbehandlung gleich gegen mehrere Erreger und sollte auch bei der Verwendung von eigentlich blattgesunden CR+ Sorten mitberücksichtigt werden. Das Infoblatt „Fungizide Wirkung“ gibt Aufschluss darüber, welches Fungizid zur Rost- und Ramulariabekämpfung eingesetzt werden kann.