Die trockene und warme Witterung der ersten Märztage weckt verständlicherweise den Wunsch nach einem frühen Aussaattermin. Jedoch gilt nach wie vor: Nicht das Datum entscheidet, sondern der Blick auf den Bodenzustand und Wettervorhersage. Denn der Acker muss in der Bearbeitungstiefe ausreichend abgetrocknet sein. Dies vermeidet Verdichtungen und Schmierhorizonte. Daher ist eine Spatenprobe zur Beurteilung der Bodenstruktur unerlässlich, um hierdurch die Bearbeitungsintensität korrekt anzupassen.
Eine frühe Aussaat schafft durch eine längere Vegetationszeit gute Voraussetzungen für hohe Zuckererträge. Allerdings ist nichts ohne Risiken. Erstens verlängern kältere Bodentemperaturen den Zeitraum, während Schaderreger wie Feldmäuse, Schnecken oder Wurzelbrand dem Keimling gefährlich werden können, zweitens steigt die Wahrscheinlichkeit eines ungleichmäßigen Feldaufgangs und drittens erhöhen längere Kälteperioden das Schosserrisiko.
Es bleibt somit individuell und schlagspezifisch abzuwägen, ob die Vorteile einer frühen Aussaat nicht durch die Risiken zunichte gemacht werden.
