Die Witterung des Sommers 2026 hat die Zuckerrüben vielerorts stark gefordert. Hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und zeitweise ausgeprägte Trockenheit führten regional zu starkem Trockenstress – bis hin zum Verlust großer Teile des Blattapparates.
Eine Folge der Kombination aus hohen Temperaturen, intensiver Sonneneinstrahlung und Wassermangel ist Sonnenbrand. An den Blättern zeigen sich zunächst Aufhellungen, später können größere braune und trockene Blattpartien entstehen. Besonders betroffen sind stark der Sonne ausgesetzte Blätter. Insbesondere in Beständen mit wenig Laub und höherstehenden Rüben werden rötlich verfärbte Rüben gefunden. Ursache hierfür ist ebenfalls ist die intensive Sonneneinstrahlung auf die nicht beschattete Rübe. Bei der Verfärbung handelt es sich um eine physiologische Reaktion der Wurzelrinde. Es werden verstärkt Betalaine gebildet (gleiche Farbstoffgruppe wie in Roter Bete), um das Gewebe vor dem Sonnenstress zu schützen.
Ein weiteres typisches Bild dieses Sommers sind Wachstumsrisse am Rübenkörper. Nach längeren Trockenphasen wird das Wachstum der Rübe gebremst. Folgen anschließend Niederschläge, steigt die Wasserversorgung schlagartig und die Rüben nehmen das Wachstum wieder auf. Kann das äußere Gewebe mit der schnellen Volumenzunahme nicht Schritt halten, reißt der Rübenkörper längs auf.
Sonnenbrand und Wachstumsrisse sind damit zunächst witterungsbedingte, physiologische Schäden und nicht zwangsläufig Zeichen einer Krankheit. Tiefere Verletzungen sollten dennoch im Blick behalten werden, da sie Eintrittspforten für sekundäre Fäulniserreger darstellen können. Die Wachstumsrisse erfordern erhöhte Aufmerksamkeit bei der Ernte, da die Gefahr von Rübenverlusten durch Abbrechen während des Köpfvorgangs erhöht ist.



