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Bundesweites Zikaden-Monitoring: Die aktuelle Situation im Rheinland

| Rheinland

Zikadenfänge nehmen ab – Fangzahlen im Rheinland blieben gering

Die Situation 2024:

Im Jahr 2024 wurden im Zuge eines NRW weiten Monitorings des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes, des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer NRW und Pfeifer & Langen an über 50 Standorten zum ersten Mal Schilf-Glasflügelzikaden im Münstermaifeld und auf der rechten Rheinseite bei Niederkassel sowie eine Zikade in Kerpen gefunden, welche zum Rübenanbaugebiet der Zuckerfabrik Euskirchen gehören. Daraufhin folgte eine Untersuchung der Zikaden, ob diese mit einem oder beiden Erregern beladen waren. Im Münstermaifeld und in Niederkassel enthielten einige der gefundenen Zikaden den SBR-Erreger ARSEPH. Kurz vor und während der Kampagne wurde eine Sichtbonitur in den betroffenen Gebieten und darüber hinaus im südlichen Rheinland durchgeführt. Auffällige Rüben wurden vom PSD NRW auf das Vorhandensein der Erreger ARSEPH & PHYPSO untersucht. Der SBR-Erreger ARSEPH wurde ebenfalls im Maifeld, auf der rechten Rheinseite bei Niederkassel und in der Grafschaft nachgewiesen. Die Befallsstärke war äußerst gering. Es wurden keine Rüben gefunden, die mit dem Stolbur-Erreger PHYPSO infiziert waren! Es konnte bisher kein Zuckergehaltsabfall festgestellt werden, der auf SBR zurückzuführen ist!

Zikadenfänge 2025:

Im Jahr 2025 wurde das Monitoring als Teil des bundesweiten Zikaden-Monitorings um weitere Standorte im Rheinland und im Kartoffel- und Gemüseanbau ausgeweitet. Die drei Befallsgebiete aus dem Jahre 2024 (Maifeld, rechte Rheinseite bei Niederkassel und Grafschaft) waren wieder im geringen Ausmaß befallen. Hier gibt es lediglich 2 Standorte im südlichsten Maifeld und im Hunsrück die etwas mehr Fänge aufwiesen als noch 2024. Zusätzlich wurden vereinzelt Zikaden im südlichen Rheinland, u.a. in den Gebieten Euskirchen, Düren, Aachen und Neuss (nördlichster Standort) gefangen. Auf den Monitoring-Standorten des Kartoffel- und Gemüseanbaus wurden bis auf einen Standort bei Niederkassel keine Zikaden gefangen. Seit Anfang Juli ist bundesweit, aber auch im Rheinland ein Rückgang der Zikadenfänge zu verzeichnen.

Was ist zu erwarten?

Es ist äußerst wichtig, die Fänge sachlich einzuordnen. "Ein schöner Tag macht noch keinen Sommer“ und „Eine Handvoll Zikaden macht noch keinen Schaden“. Tatsächlich wurden pro Standort im Rheinland häufig nur einzelne und in Summe nie mehr als 10 Zikaden gefunden. In den Hochbefallsgebieten in Süddeutschland wurden zum gleichen Zeitpunkt mehr als 100 Zikaden pro Woche an mehreren Standorten gefunden. Zudem waren im Rheinland fast alle Zikaden an den Neu-Befallsstandorten nicht mit den Erregern beladen (Ausnahme: die 3 Befallsgebiete aus 2024 und jeweils eine Zikade in Aachen (ARSEPH & PHYPSO) & Euskirchen (ARSEPH)). Aus diesen Gründen wurde sich in enger Abstimmung innerhalb der ARGE Rheinland auch gegen die Aussprache von Warndienstaufrufen zur insektiziden Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade in NRW geeinigt. Durch eine Handvoll gefundener Zikaden ist i.d.R. kein Zuckergehaltsabfall sowie kein Ertragsverlust zu erwarten! Sogenannte SBR tolerante Sorten müssen im Jahr 2026 nicht angebaut werden. Im Gegenteil, durch den Verzicht auf Hochertragssorten kann Ertrag verschenkt werden. Denn es gilt: Erst die Diagnose, dann die Behandlung.

Wie geht es weiter?

Auf allen Monitoring-Standorten folgt im September eine Symptom-Bonitur der Rüben, um die tatsächliche Auswirkung des Zikadenaufkommens und die Ausbreitung der Krankheit zu bestimmen. Wir halten Sie darüber informiert.

Bei Fragen zum Thema können Sie gerne Ihre Anbauberatung kontaktieren.

Über Ihre Fragen und Anregungen freut sich:

Ihr Team aus Appeldorn
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Ihr Team aus Euskirchen
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