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Aufgehellte Rübenbestände – was steckt dahinter?

| Rheinland

Nachdüngung nicht sinnvoll

Auf vielen Rübenflächen ist in den letzten Tagen bzw. Wochen eine stärkere Aufhellung des Blattapparates zu beobachten. Die hellen Blätter zeigen sich häufig auf den „leichteren“ Teilbereichen. Oft erscheinen die Fahrgassen Randreihen noch im dunklen grün. Auch Sortenunterschiede hinsichtlich der Stärke des Aufhellens sind zu beobachten.

Als Ursache ist eine aktuell eingeschränkte Stickstoffverfügbarkeit zu vermuten. Aufgrund der Witterung konnte sich die Rübe bisher gut aus dem oberen Bodenhorizont versorgen, dieser scheint aktuell aber ziemlich leer geräumt zu sein. Die Mineralisation ist durch fehlenden Sauerstoffaustausch und Wärme eingeschränkt, so dass die Rübe sich nun aus tieferen Bodenschichten versorgen muss. Auch das üppige Blattwerk fordert der Rübe eine hohe Wasser- und Nährstoffaufnahme ab, was die Situation weiter erklären kann.

Bestätigt wird die Vermutung der geringen Stickstoffversorgung durch die Proberodungsergebnisse dieser Woche, die einen sehr niedrigen Amino-Stickstoffgehalt im Rübenkörper ausweisen.

Was kann man tun?

Grundsätzlich ist eine Nachdüngung mit Stickstoff zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zu empfehlen. Auch die Überlegung mit einer eventuell anstehenden Fungizidmaßnahme noch Stickstoff übers Blatt zu düngen ist zu hinterfragen, denn es findet keine Nährstoffverlagerung vom Blatt in die Rübe statt.

Empfohlen werden kann die Zugabe von Mikronährstoffen zur Fungizidmaßnahme, um das Blatt weiter vital zu halten.

Da die Rübe gut kompensieren kann, ist davon auszugehen, dass das Aufhellen keine negativen Ertragsauswirkungen hat. Mit einem einsetzenden Mineralisationsschub kann die sich die Situation auch schnell wieder ändern.

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