Der Cercosporabefall des vergangenen Jahres demonstrierte eindrücklich die Wichtigkeit eines konsequenten Cercospora-Managements. Die fungizide Bekämpfung steht aufgrund von Zulassungsbeschränkungen, Wirkungsverlusten durch Resistenzbildung und Cercospora-förderlichen klimatischen Veränderungen vor großen Herausforderungen. Die Behandlungen müssen unter Berücksichtigung vieler Wirkfaktoren effizient eingesetzt werden.
Die Mittelwahl:
Aufgrund von verminderter Wirkung strobilurinhaltiger und tetraconazol-, oder difenoconazolhaltiger Fungizide (z.B. Amistar Gold, Domark, Score) wird als Strategie der Einsatz von Propulse, Diadem und Panorama als verbleibende Mittel mit hoher Wirksamkeit gegen Cercospora beticola empfohlen. Mit dieser begrenzten Wirkstoffauswahl wird das Resistenzmanagement umso wichtiger. Der bestmögliche Wirkstoffwechsel ist durch die Abfolge Propulse – Diadem – Panorama gegeben. Bei jeder Behandlung raten wir zur Beimischung einer der fünf Kupferpräparate, welche diese Woche eine Notfallzulassung erhalten haben. Diese Maßnahme verringert Resistenzbildung und sichert die Wirkung der Fungizide ab. Folgende Mischungsreihenfolge ist dabei zu beachten: Wasser > Kupfer > andere Fungizide.
Der Behandlungszeitpunkt bestimmt den Bekämpfungserfolg:
Aufgrund der Erkenntnisse der vergangenen Jahre raten wir zu einer rechtzeitigen Behandlung beim Auftreten der ersten Blattflecken unter feucht-warmen Witterungsbedingungen, um das sich rasch entwickelnde Infektionsgeschehen nachhaltig einzudämmen. Eine frühzeitige Bestandskontrolle, insbesondere da, wo Cercospora-förderliche Bedingungen herrschen (anfällige Sorte, enge Fruchtfolge, Risikolage), ist daher sehr wichtig. Eine optimale Blattbenetzung ist bedeutend und gelingt bei einer Ausbringung früh morgens, unter 25 °C und mit einer hohen Wasseraufwandmenge. Bei anhaltendem Infektionsrisiko müssen wegen Wirkungsverlust der Fungizide Folgebehandlungen nach spätestens 3 Wochen erfolgen. Herrscht aufgrund von Trockenheit und Kälte auch nach Wirkungsverlust kein Infektionsrisiko, soll die Behandlung bis zum Einsetzen neuer Infektionsbedingungen aufgeschoben werden. Aufgrund des frühen Auftretens der ersten Cercospora-Blattflecken im Rheinland (siehe Kurzmeldung vom 26.06.25), gilt es eine womöglich lange Infektionsperiode abzudecken. Dies gelingt nur mit einem bedachten Einsatz. Spätbehandlungen im August/September lohnen sich nur bei gesunden und spätgerodeten Beständen. Weitere Informationen finden Sie in den Infoblättern „Fungizide Wirkung“, „Fungizid Strategie“ und der Broschüre „Blattkrankheiten erkennen und kontrollieren“.
