Im Rückblick des diesjährigen Blattlaus-Monitorings ist zu sagen, dass die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) bereits früh auftrat (Mitte/EndeApril) und deren Populationen im Rheinland rasch anstiegen. Da sich aber auch die Zuckerrüben rasch entwickelten, war das Schadenspotential in den meisten Fällen eher gering einzustufen. Daher wurde zunächst konservativ ab einer höheren Bekämpfungsschwelle als 30 % gegen die Schwarze Bohnenlaus Behandlungen empfohlen. Die Anbaugebiete Lage und Könnern waren geringer betroffen. Dort wurde erst Anfang Juni ein Anstieg über die Bekämpfungsschwelle hinaus beobachtet (siehe Grafik 1).
Bei der Gelben Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) hingegen trat der Befall erst spät (Ende Mai) und vor allem im Anbaugebiet Euskirchen ein, obwohl anhaltende Regenereignisse wie im Jahr 2024 ausblieben (siehe Grafik 2). Vermutlich waren hier die vorherrschenden kalten Nächte hinderlich für den Befall. Gegen die Grüne Pfirsichblattlaus wurde demnach erst spät behandelt, d.h. die Bekämpfungsschwelle von 10 % wurde in einzelnen Regionen erst ab der KW 20 überschritten und somit eine Überfahrt erforderlich. Die Studie Borgolte et al., 2024 belegt, dass im Rahmen von Parzellenversuchen Ertragseinbußen nur bei frühem Befall der Grünen Pfirsichblattlaus eintreten und geringer werden, je später ein Befall einsetzt. Dies gibt Grund zur Hoffnung, dass aufgrund des späten Auftretens von Myzus ab KW 19/20 der Schaden durch Vergilbungsviren sich in Grenzen hält. Erfreulicherweise konnte auch in diesem Jahr ein hohes Nützlingsaufkommen bei der Dezimierung der Läuse unterstützen. Das erste Mittel der Wahl war daher das nützlingsschonende Pirimor G, welches aufgrund ausreichend hoher Temperaturen eine gute Wirkung aufwies. Weitere Behandlungen mit Teppeki und teilweise Acetamipriden zeigten leider nicht den gewünschten Effekt wie in den vorherigen Jahren. Dies war womöglich zum einen durch hohe Wachsschichten während des Behandlungszeitpunktes begründet. Zum anderen könnte die Zugabe von Bor die Wirkung gemindert haben. Daher lautet die Empfehlung für 2026:
1. Netzmittel verwenden
2. Mit hoher Wasseraufwandmenge ausbringen
3. Früh morgens behandeln (Thermik, Stomata, Luftfeuchte)
4. Applikation ohne Mischpartner

