Das Rübenjahr ist in Frankreich vielversprechend gestartet. Die trockene und warme Witterung erlaubte eine zügige Aussaat, die bereits Ende März abgeschlossen war – ähnlich wie bei uns. Allerdings brachte das milde Frühjahr bereits Mitte April die ersten Blattlaus-Sichtungen mit sich. Zu Beginn war der Befall vor allem durch ein ungewöhnlich starkes Auftreten der schwarzen Bohnenlaus geprägt, während die grüne Pfirsichblattlaus nur in geringerem Umfang auftrat. Ab Juni stieg der Befallsdruck durch die grüne Pfirsichblattlaus jedoch stark an – ein für diese Jahreszeit eher untypisches Phänomen.
Das Frühjahr war insgesamt durch regelmäßige Wiederbesiedlungen der Flächen mit Blattläusen gekennzeichnet. In der Folge erforderte dies mehrfache Insektizidmaßnahmen mit durchschnittlich zwei bis drei, stellenweise auch über vier Behandlungen. Ende Juni wurden erste kleine Nester mit Symptomen der Virösen Vergilbung festgestellt. Im Laufe des Julis weitete sich der Befall aus und fiel deutlich großflächiger und intensiver aus, als zunächst erwartet. Betroffen sind vor allem die Regionen südlich von Paris bis zur Champagne. Die aktuellen Symptome erinnern an das Jahr 2020, als Frankreich aufgrund eines massiven Befalls mit Viröser Vergilbung landesweit einen Ertragsverlust von durchschnittlich 30 % zu verzeichnen hatte. Der derzeitige Befall fällt zwar bislang geringer aus als 2020, die nächsten Wochen werden jedoch entscheidend sein, um das Ausmaß abschließend einschätzen zu können.