In den vergangenen Wochen sind vielerorts kaum nennenswerte Niederschläge gefallen. Die anhaltende Trockenheit in den Einzugsgebieten der rheinischen Zuckerfabriken sorgt derzeit für erheblichen Trockenstress in vielen Rübenbeständen.
Dennoch beschäftigt viele Rübenanbauer die Frage nach einer Fungizidbehandlung gegen Cercospora – insbesondere dort, wo bislang noch keine Erstbehandlung erfolgt ist. Aus pflanzenbaulicher Sicht besteht auf den allermeisten Standorten aktuell kein Handlungsbedarf. Für eine Infektion mit Cercospora beticola sind mindestens sechs Stunden Blattnässe sowie Temperaturen von etwa 25 bis 30 °C erforderlich. Diese Bedingungen sind derzeit nicht gegeben. Beregnete Bestände sind differenziert zu betrachten!
Zudem ist für die optimale Aufnahme systemischer Fungizide ein vitaler Pflanzenbestand notwendig. Unter dem momentanen Trockenstress ist die Wirkstoffaufnahme deutlich eingeschränkt, sodass eine Behandlung derzeit kaum ihr volles Wirkungspotenzial entfalten kann.
Die Empfehlung lautet daher, trotz des fortgeschrittenen Zeitpunkts Ruhe zu bewahren und eine Fungizidmaßnahme erst nach einem nennenswerten Regenereignis ab ca. 5mm und dem Auftreten von Cercospora-Blattflecken auf wieder vitale Bestände zu platzieren. Bleiben nennenswerte Niederschläge hingegen aus, ist weiterhin Geduld gefragt, denn vielerorts werden die Rüben ältere Blätter abwerfen und anschließend mit neuem Blattapparat austreiben.
Der LIZ-Cercosporawarnservice gibt Ihnen eine Hilfestellung, wann und ob Infektionsbedingungen herrschen und Bestände auf Erstbefall kontrolliert werden sollten.
