04.10.2017 Überregional

Wo sind eigentlich die Mäuse hin?

Populationszyklus am Tiefpunkt
Feldmäuse haben 2015 die Ackerflächen "gelöchert"

Mit Sicherheit ist den meisten Landwirten noch das massive Auftreten der Feldmäuse (Microtus arvalis) in den Jahren 2012 und 2015 in bester Erinnerung. Auf vielen Flächen und an Feldrändern wimmelte es von den kleinen Nagern, die zur offensichtlichen Plage wurden. Davon ist aktuell nicht mehr viel zu bemerken!

Besonders in Gebieten, wo der Anteil an Futterbauflächen, an Winterungen, an Möhren, Rüben und Mulchsaat hoch ist und wenige natürliche Feinde vorhanden sind, verändern sich Mäusepopulationen tendenziell zyklisch und erreichen alle 3 bis 4 Jahre einen Höchstbesatz. Die Erklärung für diese Zyklen liegt in einem Wechselspiel zwischen der hohen Vermehrungsfähigkeit (Tragezeit: 20 Tage, 5-7 Würfe á 4-7 Junge) und den Nahrungs- und Witterungsbedingungen. Jahre mit optimalen Nahrungsangebot und entsprechender Witterung (warmes Frühjahr, warmer, trockener Herbst, milder Winter) sind Massenvermehrungsjahre. Ab einer bestimmten Populationsdichte wird das Futter jedoch so knapp, dass die Tiere verhungern, die Population zusammenbricht und anschließend einige Jahre benötigt, um wieder ein mittleres Niveau zu erreichen.

So könnte nach dem Rückgang des Besatzes aus dem „Plagejahr“ 2015 auf das derzeit niedrige Niveau ab 2018 oder 2019 wieder mit einem stärkerem Mäuseauftreten zu rechnen sein.

 

Der „Steckbrief Feldmaus“ unter Krankheiten und Schäden


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