26.07.2017 Überregional

Wurzelunkräuter zum richtigen Zeitpunkt erwischen

Die chemische Wirksamkeit absichern

Die Bekämpfung von Wurzelunkräutern (Distel, Quecke, Ackerwinde, Landwasserknöterich, Schachtelhalm …) ist keine leichte Aufgabe. Das Problem sind ihre unterirdischen Wurzel-/Spross-Ausläufer (Rhizome). Sie sichern den Pflanzen eine hohe Überlebensrate trotz scheinbarer, oberirdischer Bekämpfungserfolge. Ein guter Zeitpunkt gegen die Wurzelunkräuter vorzugehen, ist jetzt nach der Getreideernte auf der Stoppel. Folgendes Vorgehen sichert den chemischen Bekämpfungserfolg

  •  erst bei 10-20 cm Neuaustrieb
      → ausreichende Wirkstoffaufnahme
  • vor/bei wüchsigem Wetter       
      → schnelle und intensive Wirkung                                               
      → intensive Ableitung in unterirdische Pflanzenteile
  • vor Wirtschaftsdüngerausbringung (Gülle etc.)
      → sonst Wirkungsabfall durch Belag
  • Glyphosat-Soloprodukte oder Kyleo (Glyphosat + Wuchsstoff 2,4 D)
      → produktspezifische Zulassungen beachten
      → maximal 150-180 l Wasser/ha
      → evtl. Additiv-Zusatz z. B. 5 kg/ha SSA
  • Besonderheiten von Kyleo
      → bessere Wirkung gegen Distel, Winde und insbesondere Ackerschachtelhalm
      → Nachbau frühestens: Zwischenfrüchte (z.B. Senf, Phacelia, ...) 14 Tage;
           Zuckerrübe, Winterraps, Kartoffel 28 Tage
  • frühestens nach 10 - 14 Tagen mechanisch bearbeiten
      → ausreichende Wirkungszeit für Herbizide

Achtung: Auf Greeningflächen ist nach Hauptfruchternte bis zum 15.02. kein chemischer Pflanzenschutz zulässig, also auch kein Glyphosat etc.

Gute, nachhaltige mechanische Bekämpfungserfolge sind nicht so einfach zu erreichen. Erfolgs-Voraussetzungen sind mehrfache zunächst flache und zunehmend tiefere Bearbeitungsgänge ohne Rückverfestigung bei trockenen Bedingungen, um so die Wurzelunkräuter und deren Ausläufer/Rhizome nach und nach zu erschöpfen.


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