04.05.2017 Überregional

Nach den Frösten mehr Kulturschosser?

Kommende Witterung ist ausschlaggebend

Um zunächst mit einem verbreiteten Irrtum aufzuräumen: Nicht Frosttemperaturen im Jugendstadium der Rüben sind für deren späteres Schossen verantwortlich, sondern geringe Tagesdurchschnittstemperaturen zwischen 5 und 12°C im 4 – 6 Blatt-Stadium sowie die individuelle Schossneigung der Sorte. Genau solche Temperaturen lagen überwiegend seit der Rübenaussaat, spätestens seit Ostern, vor. Stressfaktoren, wie der aufgetretene Frost und Herbizidmaßnahmen kurz nach dem Frost, fördern die Schossinduktion zusätzlich. Insofern ist ein vermehrtes Auftreten von Kulturschossern in 2017 nicht auszuschließen.

Ob aber tatsächlich mehr Schosser auftreten, hängt maßgeblich von der Witterung in den nächsten Wochen ab. Denn genauso wie die Witterung den Schossreiz begünstigt, kann sie diesen auch wieder abbauen, vornehmlich durch Temperaturen über 20°C  während und 14 Tage nach der Kaltphase. Eine hohe Lichtintensität während der Kälteperiode mindert die Schossinduktion ebenfalls ab, allerdings nicht so effektiv wie hohe Temperaturen.

Etwas Hoffnung machen die Erfahrungen aus dem letzten Jahr, in dem Ende April auch ca. zwei Wochen eine kühlere Witterung vorherrschte, wodurch die Gefahr für Kulturschosser erhöht war. Letztlich war aber kein besonders hohes, sondern ein durchschnittliches Aufkommen von Kulturschossern zu verzeichnen (s. Umfrage vom 15.07-22.07.2016). 

Zur Umfrage: Wie schätzen Sie das Schossrisiko ein?


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