07.02.2017 Überregional

Bodenbearbeitung im Frühjahr

Wann, womit und wie tief?
Foto: M. Schulte

Spätestens, wenn Mitte Februar auch Greeningflächen wieder bearbeitet werden dürfen, tauchen sie wieder auf die Fragen zur Bodenbearbeitung: Wann, mit welchem Gerät und in welcher Tiefe? Eine allgemein gültige Empfehlung gibt es nicht, aber wohl Erkenntnisse aus langjährigen Erfahrungen.

flach (5-7 cm)

Auf Tonböden, milden Lehmböden und trockenen Standorten sollte die Bearbeitung möglichst flach ausfallen und die Saattiefe idealerweise nicht überschreiten. Saatbett-Kombinationen oder Kreiseleggen (bei Mulchauflagen) sind häufig genutzte Geräte. 

mitteltief (10-15 cm)

Auf untätigen, schluffigen Böden und verdichteten Sandböden hat sich eine mitteltiefe Bearbeitung mit möglichst schmalen Zinken bewährt, um Luft und Wärme in den Boden zu bringen und so die Jugendentwicklung der Zuckerrüben zu beschleunigen. Sie kann auch besonders bodenschonend bei Frost erfolgen. Voraussetzungen sind ein ausreichend trockener Bearbeitungshorizont und ausreichend Feuchtigkeit während der Vegetation. Es folgt eine flache Saatbettbereitung.

krumentief (20-30 cm)

Ein tiefes Arbeiten im Frühjahr mit Tiefgrubber oder Pflug kann auf schweren, dicht lagernden Lehmböden mit viel Niederschlag den Durchlüftungs- und Erwärmungseffekt noch steigern. Dabei muss auf eine nachfolgende Rückverfestigung und zügige Sekundärbearbeitung geachtet werden, um ein Austrocknen und eine Klutenbildung zu verhindern. Der meliorative Einsatz des Pflugs z. B. nach spurbelasteter organischer Düngung sollte eigentlich nur eine Notlösung sein. 

Die wichtigsten Anbausysteme zu Zuckerrübe mit ihren Vor- und Nachteilen finden Sie in der Broschüre und dem online-Programm.

Laut aktueller LIZ-Umfrage verlassen sich die Rübenanbauer nicht auf Wetterstationen und Karten, sondern begehen den Acker und graben nach.


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