03.11.2016 Überregional

Boden, eine besonders schützenswerte Ressource

IIRB Seminar: Verhinderung von Bodenverdichtungen bei der Rübenernte
Die Rübe, eine Pflanze, die besonders tief Wurzeln kann, ...
... wenn der Boden es zulässt!

Am vergangenen Freitag, einen Tag nach der Beet Europe, richtete das Internationale Institut für Rübenforschung (IIRB) in Estrées-Saint-Denis, ca. 80 km nördlich von Paris, ein Seminar zu dem Thema: „Verhinderung von Bodenverdichtungen bei der Rübenernte“ aus. Etwa 140 Teilnehmer des Seminars erfuhren u.a., dass die Regeneration eines verdichteten Bodens von den klimatischen Bedingungen (Austrocknen, Vernässen), der biologischen Aktivität (u.a. Regenwürmer) und der Art der Bodenbearbeitung abhängt. Dabei regeneriert sich die Bodenstruktur umso schneller, je intensiver die Bodenbearbeitung (Pflug) ist. Dies gilt allerdings nur für den Oberboden (bis 35 cm), da der Unterboden normalerweise keine Bodenbearbeitung erfährt und auch die biologische Aktivität sowie der Einfluss von klimatischen Bedingungen vom Oberboden zum Unterboden hin abnehmen. 
Weiterhin wurden Hilfen zur Einschätzung des Bodenzustandes/ Bodenschutzes in unterschiedlichen Ländern vorgestellt:
Terranimo® ist ein Simulationsmodell zur Beurteilung des Bodenverdichtungsrisikos beim Einsatz von landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Dieses Modell wurde schwerpunktmäßig von Wissenschaftlern aus der Schweiz und Dänemark entwickelt. Für die einfache und schnelle Risikoeinschätzung von Standardsituationen steht Terranimo® light zur Verfügung. Für die umfassende Analyse des Verdichtungsrisikos bei spezifischen Bedingungen kann Terranimo® expert verwendet werden.

In Großbritannien wird an einem Prognosemodell zur Beurteilung der Befahrbarkeit von Ackerböden gearbeitet. Ziel ist eine Landkarte, die zeigt, wo eine bodenschonende Rübenernte möglich ist und wo nicht. 

In Deutschland wurde von der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e.V. (GKB e.V.) und dem Thünen-Institut für Agrartechnologie eine einfache Anleitung zur Feldgefügeansprache entwickelt. Diese soll helfen, aus dem aktuellen Zustand des Gefüges Schlussfolgerungen für ein bodenschonendes Bearbeiten und Befahren abzuleiten. Die Anleitung kann in 5 verschiedenen Sprachen über ein Bestellformular für 15,- € zzgl. 5,- € für Porto und Verpackung bestellt werden. Ferner gibt es diese auch als kostenlose App für Android und Apple, zu finden im Play Store bzw. App Store unter dem Suchbegriff „Feldgefügeansprache“.

Nach den Fachvorträgen haben Vertreter von den Roderherstellern Franquet, Gilles, Grimme, Holmer, Ropa und Vervaet sowie dem Reifenhersteller Michelin ihre individuellen Lösungsansätze zur Vermeidung von Bodenverdichtungen bei der Rübenernte vorgestellt. Diese lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Breitreifen mit minimal möglichem Luftdruck
  • Raupenlaufwerk
  • Hangausgleich zur optimalen Gewichtsverteilung auf alle Reifen
  • Leichtbauweise
  • Kleinere Bunkerkapazitäten
  • Direktes Überladen auf Transportfahrzeuge

Über Ihre Fragen und Anregungen freut sich:
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