18.08.2016 Überregional

Wurzelunkräuter zum richtigen Zeitpunkt erwischen

Verschiedene Wege führen zum Ziel

Die Bekämpfung von Wurzelunkräutern (Distel, Quecke, Ackerwinde, Landwasserknöterich, Schachtelhalm …) ist keine leichte Aufgabe. Das Problem sind ihre unterirdischen Wurzel-/Spross-Ausläufer (Rhizome). Sie sichern den Pflanzen eine hohe Überlebensrate trotz scheinbarer, oberirdischer Bekämpfungserfolge. Ein guter Zeitpunkt gegen die Wurzelunkräuter vorzugehen, ist jetzt nach der Getreideernte auf der Stoppel. Folgende Bekämpfungsstrategien kommen in Frage:

chemisch

  • erst bei 10-20 cm Neuaustrieb
      → ausreichend Wirkstoffaufnahme
  • vor/bei wüchsigem Wetter       
      → schnelle und intensive Wirkung                                               
      → intensive Ableitung in unterirdische Pflanzenteile
  • Glyphosat-Soloprodukte oder Kyleo (Glyphosat + Wuchsstoff 2,4 D)
      → produktspezifische Zulassungen beachten
      → maximal 150 l Wasser/ha
      → evtl. Additiv-Zusatz (bei hartem Wasser: z.B. 5 kg SSA je 200 l Wasser)
  • Besonderheiten von Kyleo
      → bessere Wirkung gegen Distel, Winde und insbesondere Ackerschachtelhalm
      → Nachbau frühestens: Zwischenfrüchte (z.B. Senf, Phacelia, ...) 14 Tage;
           Zuckerrübe, Winterraps, Kartoffel 28 Tage

mechanisch

  • mehrmaliges Bearbeiten         --↓
  • in ca. 14 tägigem Abstand          → nachhaltiges Erschöpfen
  • zunehmend tiefer                    --↑ 
  • möglichst breite Schare              → ganzflächige Schädigung
  • vor trockenem Wetter                 → reduzierter Wiederaustrieb der Wurzelstücke
  • ohne Rückverfestigung               → reduziertes Anwachsen der Wurzelstücke
  • zusätzlich späte Frühjahrsfurche
                                                       → ganzflächig, tiefes Stören des Wurzelunkrautes
                                                       → durch Austrieb nach Winter geschwächtes Unkraut
                                                       → Entwicklungsrückstand zur Kulturpflanze
  • Je flacher die Wurzelausläufer/Rhizome der Unkräuter, desto erfolgversprechender
    die mechanische Bekämpfung
    Ausläufertiefe überwiegend: Quecke bis 25 cm, Ackerwinde bis 30 cm, Distel bis 40 cm,
    Landwasserknöterich bis 50 cm, Ackerschachtelhalm bis 100 cm

chemisch + mechanisch

  • zuerst chemisch
  • nach 10 - 14 Tagen mechanisch → ausreichende Wirkungszeit für Herbizide

 


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