17.09.2015 Überregional

Zunehmende Resistenzprobleme in Zuckerrüben

Was kann man tun?
Kürzlich fand in Österreich ein IIRB-Seminar zum Thema Resistenzen in Zuckerrüben statt. Hier der aktuelle Stand:

Fungizide: In Österreich, Italien, Ungarn und Tschechien ist Cercospora inzwischen zu 80-100% resistent gegen Strobilurine. Bei Azolen wurde bereits ein leichtes “shifting“ (= erhöhter Wirkstoffbedarf) festgestellt. Um einer Strobilurin-Resistenz vorzubeugen lautet die Empfehlung: rechtzeitige Behandlung, maximal einmaliger Einsatz von Strobilurin in Mischung mit Azol und bei weiteren Spritzungen ein Azol-Wechsel. In Italien und Österreich setzt die Beratung verstärkt auf Kontaktfungizide (z. B. Kupfer) mit zwar begrenzter Wirkung, aber geringer Resistenzgefahr.

Insektizide: In England beobachtet man bei Pyrethroiden und Pirimicarb erste Wirkungsverluste gegen Blattläuse. In Zukunft sollen Schadschwellen, Nützlings-Förderung und gezielte Behandlungsaufrufe eine größere Rolle spielen. Ein europaweites Monitoring bzgl. Neonicotinoid-Resistenz zeigt in Süd-Frankreich, Nord-Italien und Nord-Spanien bereits starke Resistenzen bei Pfirsichblattläusen.

Herbizide: In Belgien gibt es seit 10 Jahren eine Metamitron-Resistenz bei Chenopodium album (Weißer Gänsefuß). Hierbei handelt es sich um eine Kreuzresistenz mit Atrazin (Mais), Metribuzin (Kartoffel), Lenacil und Chloridazon. Auf Dauer gilt es die chemische und mechanische Unkrautbekämpfung wieder zu kombinieren.


Foto: Wenn Strobilurin seine Wirkung verliert

Rizomania: Hier gibt es in allen Rübensorten seit Jahren eine gewollte Resistenz. Leider wurde sie inzwischen in den Niederlanden auf über 250 Feldern durch aggressive Rizomaniastämme gebrochen. Auch in Belgien sind diverse und in Deutschland ein erster Resistenzbruch zu beobachten. Sorten mit doppelter Rizomaniaresistenz stehen der Praxis in den Niederlanden bereits zur Verfügung.


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