20.03.2014 Überregional

Feuchtigkeit ist der Feind der Saatgutqualität!

Saatgutüberlagerung ist ein Risiko

Zuckerrüben-Saatgut ist heute (durch die Aktivierung) ein hochgradig präpariertes und sensibles biologisches Produkt! Um während der Lagerung den Erhalt einer hohen Saatgutqualität sicherzustellen darf der Feuchtegehalt des Saatgutes nur ca. 7% betragen. Gleichzeitig ist die Pillenhüllmasse aber so beschaffen, dass sie Feuchtigkeit anzieht. Dies ist für eine schnelle Keimung im Boden von Vorteil, für die Lagerfähigkeit jedoch von Nachteil.

Wie schwierig es ist, bei der Überlagerung von Restmengen auf dem eigenen Betrieb eine hohe Saatgutqualität zu erhalten, spiegelt sich in den Ergebnissen des LIZ-Keimtest-Service wider. Der Großteil der untersuchten Proben erreichte unter Kältestress nicht die für eine unbedenkliche Verwendung notwendige Keimfähigkeit von mind. 90%. Zudem konnte festgestellt werden, dass Proben aus verschlossenen Packungen i.d.R. besser sind als aus angebrochenen Einheiten, aber auch verschlossene Originalverpackungen längst keine Garantie für hohe Saatgutqualität sind. Saatgut, das länger als ein Jahr auf dem Betrieb gelagert wurde, sollte grundsätzlich nicht mehr verwendet werden.

Eine Zunahme des Feuchtigkeitsgehaltes ist der wichtigste Grund für Saatgutschädigung während der Lagerung. Mit Ausnahme von KWS und BTS empfehlen alle Züchter daher, ungeöffnete und wiederverschlossene Einheiten in einer Plastiktüte zu lagern um die Pillen vor eindringender (Luft-)Feuchtigkeit zu schützen. Außerdem ist es wichtig, Restsaatgutmengen unmittelbar nach Saatende aus dem Sägerät zu entnehmen und gut zu verpacken.
                                                                                                                                                                                               Foto: SESVanderHave


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