Sortenleistung

Die Entscheidung für eine geeignete Zuckerrübensorte mit guter Saatgutqualität stellt sich jährlich neu und ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Zuckerrübenanbau.

Die Grundlagen für diese Entscheidung liefern die Regionalen Arbeitsgemeinschaften (ARGE). Sie führen in enger Abstimmung mit dem Koordinierungsausschuss (KA) am Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) Göttingen bundesweit Sortenversuche durch.
Diese Ergebnisse finden Berücksichtigung in LIZ-Sortinfo, der Entscheidungshilfe zur Sortenwahl. Sortinfo ermittelt eine schlagspezifische Sortenrangfolge, indem durch die Angaben der Nutzer Leistungsmerkmale von Sorten gewichtet und mit den in den Sortenversuchen ermittelten, tatsächlichen Leistungsmerkmalen verglichen werden. Dabei werden ältere, neuere und neue Sorten nach Zulassungsjahren unterschieden.

Sorten

In den Sortenvergleichen werden die Leistungsmerkmale Rübenertrag, Zuckergehalt und die Melassebildner Kalium, Natrium und Aminostickstoff festgestellt.
Überdurchschnittliche Rübenqualität bei angelieferten Rüben wird mit einer Qualitätsprämie belohnt. Grundlage für deren Ermittlung sind der Gehalt an Melassebildnern und der Zuckergehalt. Neben gezielter Sortenwahl hat die Anbautechnik erheblichen Einfluss auf die Rübenqualität. Theoretisch ist es möglich, bei vollständiger Erfüllung aller Qualitätsanforderungen Beträge um 3 € je t Rübe zusätzlich zu erwirtschaften. Aus dieser Sicht lohnt es sich also, die Sortenergebnisse etwas genauer zu betrachten.

Neben den Ertrags- und Qualitätsmerkmalen sind für eine Sortenbeurteilung auch weitere Leistungsmerkmale wie z.B. Widerstandsfähigkeit gegenüber Blattkrankheiten und Schossen von Bedeutung.

Normalsorten

Normalsorten besitzen keine Resistenzen und Toleranzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Rizomania-tolerante Sorten

Rizomania-tolerante Sorten tolerieren den Befall mit Rizomania und erzielen auch auf Nichtbefallsflächen vergleichbare Ergebnisse wie Standardsorten.

Nematoden-resistente Sorten

Nematoden-resistente Sorten tolerieren und reduzieren den Nematodenbefall und sollten ab einem Befall von ca. 700 E+L angebaut werden. Unter Nichtbefall sind diese Sorten den nicht-resistenten Sorten unterlegen (s. Heterodera Broschüre).

Rhizoctonia-resistente Sorten

Rhizoctonia-resistente Sorten tolerieren teilweise einen Befall mit Rhizoctonia, und die Rüben zeigen eine geringere Symptomausprägung. Sie sollten nur auf Befallsstandorten angebaut werden, da ihre Leistung unter Nichtbefall schwächer ist als die nicht-resistenter Sorten (s. LIZ-Rhizoctoniafäule).

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