| Rizomania (Viröse Wurzelbärtigkeit) | |||||
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Rizomania ist eine Viruskrankheit der Zuckerrübe. Das Virus wird durch den Bodenpilz Polymyxa
betae übertragen und wirkt schädigend auf Blatt, Rübe und Wurzeln. Unter günstigen
Befallsbedingungen können Verluste bei Rübenertrag und Zuckergehalt auftreten, die den Anbau
von Zuckerrüben unrentabel machen. Auch die Zuckergewinnung in der Fabrik wird durch die
Beeinflussung qualitätsbestimmender Inhaltsstoffe erschwert. Die Verbreitung des Virus erfolgt
über Wasser (entlang von Flüssen, Beregnung), Erde und Wind. In Deutschland hat sich
Rizomania inzwischen, von Süddeutschland aus beginnend, in fast allen bedeutenden Zuckerrübenanbaugebieten
verbreitet. Lediglich in Schleswig-Holstein und den östlichen Bundesländern sind die Zuckerrüben
bislang nur wenig oder noch nicht davon betroffen.
In der Regel treten die ersten Symptome im Bestand nach Reihenschluss auf. Bei der Ernte zeigen sich die Veränderungen am Rübenkörper.
Bestimmte Inhaltsstoffe der Zuckerrüben, die bei der Anlieferung der Zuckerrüben in der Zuckerfabrik gemessen werden, geben ebenfalls einen Hinweis auf möglichen Rizomaniabefall:
Dieses gilt ebenso für die Symptome im Feld, die, bis auf die Gelbfleckigkeit der Blattadern, keinen eindeutigen Nachweis liefern. Ein Nachweis ist nur über einen Labortest (ELISA -Test) möglich
Rizomania ist weder direkt noch indirekt zu bekämpfen, jedoch stehen seit Jahren rizomaniatolerante Sorten zur Verfügung, die nicht den Virusbefall, aber eine Schädigung der Zuckerrüben sicher verhindern. Bei Anbau unter Nichtbefall erzielen sie inzwischen gleich gute Ergebnisse wie nicht tolerante Sorten. Die oben beschriebenen Symptome und Reaktionen der Inhaltsstoffe bei Befall treten bei den rizomaniatoleranten Sorten nicht auf. Heute ist der Anbau rizomaniatoleranter Sorten weit verbreitet, wegen der vergleichbaren Leistung mit nicht toleranten Sorten auch auf Nichtbefallsflächen.
In der Züchtung gehört die Rizomaniatoleranz inzwischen fast zur Standardeigenschaft einer Sorte. Neben diesen einfachtoleranten Sorten gibt es heute Spezialsorten mit Mehrfachtoleranzen. Die Rizomaniatoleranz ist dabei als Grundeigenschaft kombiniert mit Toleranzen z.B. gegen Rhizoctonia solani oder Nematoden. Ziel ist, diese Spezialsorten züchterisch so weiterzuentwickeln, dass der Ertragsvorteil, den sie bei Befall haben, möglichst auch unter Nichtbefall erreicht wird.
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