Mäuse

Grundsätzlich ist zwischen zwei Mäusearten zu unterscheiden:

1. Feldwaldmaus (Apodemus sylvaticus) auch Springmaus genannt

Der Schaden, der auf einem frisch ausgedrillten Zuckerrübenschlag durch die Feldwaldmaus verursacht werden kann, ist beachtlich. Dabei ist von der Saat bis zur Bildung der Keimwurzel (ca. 7 Tage) die Rübenpille durch Fraß gefährdet. Eine Maus frisst pro Nacht durchschnittlich 800 Samen (maximal 1400!), die Anzahl der schädigenden Mäuse je Schlag ist eher gering.
Bei einer Umbruchentscheidung nach Mäusefraß sollten generell dieselben Maßstäbe wie bei einer "normalen" Umbruchentscheidung angewandt werden. Mäusefraß führt jedoch teilweise zum Komplettausfall einer Reihe, so dass es zu sehr ungleichen Pflanzenverteilungen kommen kann. So kann auch das Nachdrillen einzelner Reihen sinnvoll sein. Weitere Informationen dazu unter: LIZ-Neusaat

Aussehen

Die nachtaktive Feldwaldmaus erreicht eine Länge von 7-11cm. Sie hat eine spitze Schnauze, große Ohren, vorstehende Knopf-Augen und einen körperlangen Schwanz. Das Fell ist oberseits graubraun bis braunrot, bauchseits hingegen graugelblich gefärbt.

Beschreibung


Foto: Wikipedia
Biologie
Die Feldwaldmaus ist nachtaktiv, in Europa weit verbreitet und ihr Vorkommen ist nicht unbedingt an Wälder gebunden. Büsche, Sträucher, Böschungen oder eine Ansammlung von Bäumen dienen als Rückzugsraum; aber auch benachbarte Getreideschläge werden aufgesucht, in denen sie tiefe Bauten anlegt und von denen aus sie in die Rübenschläge wandert. Pro Jahr kann ein Pärchen bis zu 30 Nachkommen erzeugen.

Schadbild


Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • geknackte Pillen an der Erdoberfläche, meist verbunden mit einem Trichter

Bekämpfung

Da die Waldmaus zu den geschützten Säugetierarten gehört ist eine Bekämpfung nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Das Aufstellen von Mausefallen sowie der Einsatz von Mäusegiften sind aufgrund des Artenschutzgesetzes nicht statthaft. Mögliche Alternativen sind:

1. Ablenkungsfütterung:

  • Getreide oder Sonnenblumenkerne werden unmittelbar nach der Saat (vor der ersten Nacht) im Randbereich der Rübenschläge verteilt
  • Futteraufnahme ist zu kontrollieren und ggf. Futter nachlegen
  • Getreide vorher durch Wärmebehandlung keimunfähig gemacht werden
  • Ablenkungsfütterung bis zur Keimung der Rüben aufrechterhalten
2. Natürliche Feinde :

Hierbei handelt es sich um nachtaktive Greifvögel, deren Arbeit man durch das Aufstellen von Julen (Greifvogelsitze) erleichtern kann. Speziell die Schleiereule spielt bei der Bekämpfung der ausschließlich nachtaktiven Feldwaldmäuse eine wichtige Rolle.

3. Ackerbaulicher Aspekt:

Die Gefährdung der Rübensaat ist weniger von der Population, als vielmehr von den Boden-und Klimabedingungen abhängig. Nahrungsalternativen wie Insekten fehlen bei niedrigen Bodentemperaturen in der oberen Bodenschicht und puffige, trockene Böden führen zu einer besseren Ortung der trockenen Pillen als feuchte, dichter lagernde Böden oder bereits feuchte Pillen-Hüllsubstanz. Da eine flache Aussaat in Verbindung mit einer Fingerdruckrolle den Mäusen das Aufspüren der Pillen erleichtert, kann in gewissem Rahmen als weitere vorbeugende Maßnahme eine moderate Erdbedeckung der Pillen (2 cm) sein. Jedoch sollte aus Gründen eines schnellen und sicheren Feldaufgangs die Ablagetiefe nicht größer als 3 cm sein.


2. Feldmaus (Microtus arvalis)

Aussehen

Die Feldmaus gehört zur Familie der Wühlmäuse. Sie ist durch eine stumpfe Kopfform, kleine Augen und Ohren und einem kurzen Schwanz gekennzeichnet. In Gewicht und Länge ähnelt sie der Feldwaldmaus.

Schadbild


Foto: Wikipedia
  • stellt Fraßschäden am Wurzelkörper von Zuckerrüben im Boden oder in der Feldrandmiete dar
  • mit einer großflächigen Schädigung der Zuckerrübensaat ist nicht zu rechnen

Biologie

Charakteristisch für die Feldmaus sind Vermehrungszyklen mit einem Wechsel zwischen sehr hohen und sehr geringen Bestandesdichten. Unter günstigen Umweltbedingungen sind bis zu 5000 Mäuse/ha möglich. Untersuchungen belegen, dass die Populationsdichte alle zwei bis vier Jahre ein Maximum erreicht. Im Herbst ist nach 2-4 Würfen die höchste Populationsdichte erreicht, oft brechen Massenvermehrungen zum Frühjahr hin fast auf Null zusammen. Die Erklärung für die Zyklen liegt in einem Wechselspiel zwischen der hohen Vermehrungsfähigkeit der Feldmaus und den Nahrungs- und Witterungsbedingungen begründet. In Jahren mit optimalen Nahrungsbedingungen werden die Jungtiere bereits mit 2 bis 3 Wochen geschlechtsreif, so dass innerhalb kurzer Zeit hohe Dichten aufgebaut werden können.

Bekämpfung

Die Feldmäuse können mit Giftköderpräparaten bekämpft werden.

Hermelin, Mäusewiesel oder Greifvögel bejagen ebenfalls Feldmäuse. Sie können einen dämpfenden Einfluss auf die Entwicklung des Feldmausbesatzes ausüben oder das Zyklusintervall strecken.

© LIZ 2009