Insekten

Die Bekämpfung der meisten Zuckerrüben-Schädlinge erfolgt durch den Einsatz von Insektiziden, die in geringer Dosierung in der Saatgutpille eingearbeitet sind.
Sollten Schutzmaßnahmen notwendig sein, die über die Wirksamkeit der in die Pille eingearbeiteten Pflanzenschutzmittel hinausgehen, so erfolgt eine ergänzende Insektizidapplikation. Die aktuellen Insektizide in Zuckerrüben mit entsprechenden Auflagen finden Sie unter Pflanzenschutzmittel/Insektizide.

Weitere Bilder und Informationen über das Schadbild, die Fördernden Faktoren, Hinweise und die Bekämpfung nachstehender Insekten finden Sie auch unter Krankheiten und Schäden/Online-Diagnose.

Drahtwurm (Agriotes obscures, lineatus)

Aussehen

Der Drahtwurm, die Larve des Saatschnellkäfers, ist zunächst milchig-weiß und lichtscheu. Pro Jahr finden 2-3 Häutungen statt. Die Larven erreichen im Endstadium eine Größe von bis zu 2 cm. Ihre Entwicklungsdauer beträgt 3-4 Jahre bis zum Käfer. Die Larven können an Jungpflanzen, besonders in feuchten Jahren und nach Grünlandumbrüchen erhebliche Schäden hervorrufen.

Symptome

Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • Keimstängel junger Rübenpflanzen sind abgequetscht
  • Wurzeln junger Rübenpflanzen sind ringförmig angenagt, so dass die Pflanze welkt oder absterben kann
  • In der Nähe dieser Pflanzen finden sich die Drahtwurmlarven

Maßnahmen

Schutzmaßnahmen durch Poncho Beta+, Cruiser + Force, Force Magna - Pillierung sind im Normalfall ausreichend. Bei extrem starkem Befall kann ein zusätzlicher Granulateinsatz mit Carbofuran (Carbosip) helfen.


Springschwänze (Collembolen)

Aussehen

Unterirdisch lebende Springschwänze erreichen eine Größe von 1-2 mm. Sie ernähren sich normalerweise von Pilzen, Algen oder pflanzlichen Zersetzungsprodukten. Bei Mangel an solcher Nahrung fressen Collembolen auch an Wurzeln von Unkräutern und Zuckerrüben. Collembolen sind sehr empfindlich gegen Trockenheit.

Symptome

Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • Schabenfraß
  • punkt- und rinnenförmiger Fraß an Samen, Keimling, Hypokotyl und am Laubblatt junger Rübenpflanzen
  • Zerstörung des Samens und Keimlings möglich

Maßnahmen

Collembolen werden durch die Insektizide in der Pillenhüllmasse sicher bekämpft und stellen deshalb selten ein größeres Problem dar.


Moosknopfkäfer (Atomaria linearis)

Aussehen

Der dunkel gefärbte Käfer hat eine Länge von 1,2-1,7 mm und überwintert an Pflanzenresten, Blattmieten und am Feldrain. Im Frühjahr bei Temperaturen ab 10 °C beginnt er mit der Einwanderung in das Feld, ab 12 Grad erfolgt auch Zuflug, in stärkerem Maße erst ab 20 °C. Feuchtigkeit und verzögerte Jugendentwicklung der Rüben können Befalls fördernd wirken. Eiablage beginnt Anfang Mai in Wurzelnähe, 1-2 Generationen/Jahr.

Symptome

Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • ausgefressene Samen, Lochfraß am Keimling
  • Schädigung sowohl oberirdisch (an Keim- und Herzblättern) als auch unterirdisch (am Hypokotyl) durch starken Fraß
  • Kleine rundliche, dunkel verfärbte Fraßstellen am Hypokotyl

Maßnahmen

Moosknopfkäfer können in engen Rübenfruchtfolgen und auf Flächen, die an Vorjahres-Rübenschläge angrenzen, beträchtliche Schäden anrichten. Eine weite Rübenfruchtfolge wirkt einem Befall ebenso entgegen wie der Einsatz mit der aktuellen Saatgutausstattung Poncho Beta+. Mit Force Magna gebeiztes Saatgut bietet nicht immer einen ausreichenden Schutz gegen Moosknopfkäfer. Auch eine Behandlung im 6 - 8-Blattstadium mit den genannten Insektiziden im Teil Pflanzenschutzmittel ist möglich.


Rübenfliege (Pegomyia betae)

Aussehen

6-8 mm weiße Larven der Rübenfliege verursachen Miniergänge im Blatt.

Symptome

Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • Eier werden meist als Gelege parallel zueinander auf der Blattunterseite deponiert
  • Minierfraß durch Larven
  • Typisches Schadbild sind die Miniergänge (schmale Fraßgänge zwischen Blattober- und -unterseite)
  • Geschädigtes Blattgewebe vertrocknet und reißt auf

Biologie

Die Puppen überwintern im Boden. Nach Ausschlüpfen der Fliegen Ende April/Anfang Mai erfolgt ein einwöchiger Reifungsfraß. Danach Eiablage auf den jungen Rübenpflanzen, nach 4-8 Tagen schlüpfen die Larven, die je nach Temperatur 9-22 Tage für die Entwicklung bis zur Puppe benötigen und sich dabei zweimal häuten. Die Rübenfliege tritt in mehreren Generationen auf. Wirtschaftlicher Schaden erfolgt in der Regel durch den Larvenfraß der ersten Generation. Frühe Aussaat und rasche Jugendentwicklung vermindern die Schadenswahrscheinlichkeit. Durch hohe Temperaturen und Trockenheit sowie starke Niederschläge werden viele Eier vernichtet. Bekämpfung

Nur örtlich stärkere Bedeutung, die eine Bekämpfung erforderlich macht. Stärkste Schädigung bis zum 6-Blatt-Stadium. Gegen die erste Generation wirkt generell der Beizschutz in der Rübenpille (siehe Saatgutbehandlung). Darauf folgende Generationen sollten bei stärkerem Befall (2 Larvenfraßgänge je Blatt oder 20 % der Blattfläche abgefressen) mit Insektiziden bekämpft werden (siehe Tabelle Insektizide). Eine Parasitierung durch Schlupfwespen ist ebenfalls möglich.


Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)

Aussehen

Die Grüne Pfirsichblattlaus erreicht eine Größe von ca. 2 mm. Die ungeflügelte Sommerform hat dabei in der Regel eine grüne Farbe, während die geflägelte Form im Kopf- und Brustbereich schwarz bis schwarzbraun gefärbt ist. Im Gegensatz zur Schwarzen Bohnenlaus tritt sie jedoch nicht in Kolonien auf.

Symptome

Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • Infolge Saugschäden Kräuseln der Herzblätter und bei starkem Befall auch der äußeren Blätter
  • Der Schaden besteht weniger durch Fraß der Tiere als vielmehr durch Übertragung der Virösen Vergilbung. Diese kann dann zu deutlich stärkeren Ertragseinbußen als Saugschäden durch Schwarze Bohnenläuse führen

Biologie

Die Grüne Pfirsichblattlaus legt zur Überwinterung ihre Eier auf Pfirsichbäumen ab, diese Eigelege sind winterhart. Während der Sommermonate bringen die Muttertiere auch lebend gebärend, größtenteils ungeflügelte Läuse zur Welt. Je nach Witterungsablauf bildet erst die nächste oder eine der weiteren Generationen überwiegend geflügelte Formen aus. Ungeflügelte Formen können auch in milden Wintern überleben.

Bekämpfung

Neben der Zuckerrübe werden eine Reihe von Zier- und Kulturpflanzen durch die Pfirsichblattlaus befallen. Mit einer Vielzahl von Insektiziden sind sie bei richtiger Terminierung relativ sicher zu bekämpfen (Tabelle Insektizide).

Bekämpfungsschwelle: Behandlung bei einer geflügelten Laus auf 10 Pflanzen


Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)

Aussehen

Die geflügelte Sommerform weist am Hinterleib häufig dunklere Querbinden auf, die bei der ungeflügelten Sommerform fehlen, beide sind schwarz-grün bis schwarz. Bei der Nymphe als letztem Larvenstadium sind die Flügelansätze bereits erkennbar. Der Hinterleib ist häufig mit helleren Wachsstreifen überzogen.

Symptome

Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • Im Gegensatz zur Grünen Pfirsichblattlaus bildet die Schwarze Bohnenlaus Kolonien in den Herzblättern der Rübe (ab Juni)
  • Einrollen und starke Kräuselung vor allem junger Blätter
  • Honigtau (zuckerhaltige Exkremente der Läuse) als klebriger Belag auf den Blättern
  • Stark befallene Pflanzen bleiben im Wachstum zurück, die Blätter werden rau, blasig und kräuseln. Der Schaden entsteht durch Saugen und daraus resultierende Wachstumsdepression
  • Viruskrankheiten werden nur selten übertragen. Neben der Zuckerrübe wird vor allem die Ackerbohne befallen

Biologie

Überwinterung als Ei auf Pfaffenhütchen und Schneeball. Ab Ende Mai setzt die aus den Eiern geschlüpfte Stammmutter lebende Junge ab. In diesem Zeitraum kann es bei günstigen Bedingungen (trocken, warm) zu Massenvermehrungen kommen.

Bekämpfung

Die Schwarze Bohnenlaus ist relativ leicht zu bekämpfen. In der Regel reicht eine Pillierung zur Bekämpfung der Schwarzen Bohnenlaus.

Bekämpfungsschwelle: ca. 10% befallene Pflanzen vor Reihenschluss, 50% nach Reihenschluss.


Wanzen (z.B. Piesma quadrata)

Aussehen

In Zuckerrüben gibt es mehrere Arten von Wanzen. Zu den rübenschädigenden Weichwanzen zählen die Grüne Futterwanze, die Gemeine Wiesenwanze, die Trübe Feldwanze und die Zweipunktige Wiesenwanze.
Die kleinste der Wanzenarten ist die Trübe Feldwanze mit maximal 5,4 mm Körperlänge, sie ist grau bis grünlich-braun gefärbt, stark behaart und hat am Schildchenvorderrand zwei kleine dunkle Flecken. Die Grüne Futterwanze, sowie die Gemeine Wiesenwanze erreichen ca. 6 mm Länge. Die kleinste der Wanzenarten ist die Trübe Feldwanze mit ca. 5 mm Körperlänge, sie ist grau bis grünlich-braun gefärbt, stark behaart und hat am Schildchenvorderrand zwei kleine dunkle Flecken. Die Grüne Futterwanze sowie die Gemeine Wiesenwanze erreichen ca. 6 mm Länge. Die Gemeine Wiesenwanze hat grünlich-graue, teils ins bräunliche abweichende Deckflügel, während die Grüne Futterwanze schlank und unifarben hellgrün ist und ein weißliches Schild besitzt. Die Zweipunktige Wiesenwanze mit ca. 7 mm Körperlänge ist die größte von allen und gekennzeichnet durch schmutzig-gelbgrüne, teilweise rostrot gestreifte Flügeldecken und zwei dunkle Punkte auf dem Halsschild.

Symptome

Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • An den Blattunterseiten sind nekrotische Einstichstellen zu finden. Durch diese Schadstellen sind an der Blattoberseiten Vergilbungen von der Blattspitze beginnend, zu beobachten, welche mit Milder Vergilbung (Beet mild yellowing virus - BMYV) verwechselbar sind
  • Bei einem Befall junger Pflanzen verkümmern diese und sterben teilweise ab
  • Die Rübenblattwanze ruft die Kräuselkrankheit hervor

Bekämpfung

Vorbeugende Maßnahmen sind nicht bekannt.


Gammaeule (Phytometra gamma)

Aussehen

Die Gammaeule ist von anderen Falterarten leicht zu unterscheiden durch ein silbrig-weißes Signum auf den Vorderflügeln, das dem griechischen Buchstaben γ ähnelt. Ihre rund-elliptischen Eier haben einen Durchmesser von 0,6 mm und sind weiß, hellgrau oder hellgrün gefärbt und werden vornehmlich an der Blattunterseite abgelegt. Die Raupen unterscheiden sich gegenüber anderen durch das Fehlen von vier Bauchfüßen, sind also nur zwölffüßig und bewegen sich katzbuckelnd fort. Ihre Grundfarbe variiert, je nach Futterpflanze, von hellgrün bis blaugrün. Die Gammaeule zählt ca. 90 Kulturpflanzen zu ihren Wirten.

Symptome

Foto: Krankheiten und Schäden (LIZ)
  • Die Larve der Gammaeule verursacht Punkt- und Schabefraß, vom zweiten Larvenstadium an Schabe- und sehr kleinen Lochfraß
  • Der Lochfraß wird ab dem dritten Larvenstadium sichtbar, ab dem vierten Larvenstadium ausgeprägter und geht ab dem fünften Stadium in großflächige Blattvernichtung über, die mit Hagelschlag verwechselbar ist
  • Dunkelgrüne Kotkrümel der Gammaeulenlarven

Bekämpfung

Erfolgreich chemisch zu bekämpfen sind lediglich die sehr kleinen, ersten Larvenstadien. Sie erkennt man indirekt an den kleinen (2mm) kreisrunden Fraßlöchern, vornehmlich in den Feldern zwischen den Blattadern. Die älteren, gut sichtbaren Raupen sind zu widerstandsfähig.

Vorbeugende Maßnahmen gegen den Befall durch die Gammaeule sind nicht bekannt.

© LIZ 2009