| Blattkrankheiten Grundlagen | |||||||||||||||||||||
Die Zuckerrübe kann von zahlreichen Blattkrankheiten befallen werden. Die Höhe des Schadens ist abhängig von:
Bestimmungsmöglichkeiten und weitere Informationen mit entsprechenden Abbildungen finden Sie unter Krankheiten und Schäden. 1. Pilzkrankheiten Blattkrankheiten haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Durch die pilzlichen Krankheitserreger:
können je nach Infektionstermin und –verlauf Verluste bis zu 40 % beim Zuckerertrag entstehen. Diese Verluste können durch geeignete Maßnahmen reduziert oder gar verhindert werden. Die Behandlungswürdigkeit ist bei den einzelnen pilzlichen Blattkrankheiten unterschiedlich. Symptome Die Symptome der einzelnen Pilzkrankheiten sind zum Teil sehr ähnlich. Tabelle: Beschreibung pilzlicher Blattkrankheiten
Im frühen Stadium können Cercospora und Ramularia mit der bakteriellen Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas) verwechselt werden (siehe 2.: Bakterienkrankheit). Bekämpfung/ Vorbeugende Maßnahmen Faktoren, die zu einer stärkeren Anfälligkeit führen:
Die einzelnen Faktoren stellen keine Rangfolge dar, weil sie sich überlagern können und je nach Bedingungen des Jahres unterschiedlich stark auf das Infektionsgeschehen einwirken. Wesentlich ist der Befallsgrad der zuletzt angebauten Zuckerrüben auf der Fläche. Ebenso stellen stark befallene Nachbarschläge im Vorjahr bei nicht wendender Bodenbearbeitung ein hohes Infektionspotential dar.
In mehrjährigen Versuchsreihen wurden für Deutschland Behandlungsschwellen für Cercospora und Ramularia ermittelt. Diese Schwellen beschreiben den Befallswert in % befallener Blätter, ab dem wirtschaftlich wirksamer Schaden durch die Krankheit hervorgerufen wird. Die Ermittlung dieser Schadschwelle erfolgt über die sogenannte Blattrupfmethode. Aus dem mittleren Teil des Blattapparates wird je ein zufällig ausgewähltes Blatt an 100 zufällig ausgewählten Pflanzen entnommen. Als befallen gilt ein Blatt bereits, wenn nur ein kleines Symptom gefunden wird.
Der optimale Bekämpfungszeitpunkt richtet sich nach folgenden Schadschwellen:
Zur Bekämpfung eignen sich die in Zuckerrüben zugelassenen Azole und Strobilurine! Blattkrankheiten Monitoring Bei dem Einsatz von Fungiziden ist der richtige Applikationszeitpunkt wichtiger als das eingesetzte Produkt. Um die Befallsentwicklung zeitnah darstellen zu können, wird im LIZ-Gebiet (Mittel- und Norddeutschland) jährlich ein Blattkrankheiten-Monitoring auf ca. 300 Standorten durchgeführt. Dabei werden in wöchentlichem Abstand repräsentative Flächen auf den Befall mit Blattkrankheiten untersucht. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht. Sind die Schwellenwerte auf den Monitoring-Standorten überschritten, sollten die Landwirte ihre eigenen Flächen sorgfältig auf Pilzbefall kontrollieren, und gegebenenfalls eine Fungizidmaßnahme durchführen. Eine Entscheidungshilfe zum wirtschaftlichen Fungizideinsatz unter definierten Bedingungen bietet Ihnen LIZ-Fungizid.
Die Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas) tritt nach mechanischen Verletzungen auf. Diese können u.a. durch Starkregen oder Hagel verursacht werden. So kann Pseudomonas schon im Mai noch vor Reihenschluss auftreten und an den kleinen Pflanzen z.T. erheblichen Schaden anrichten. Symptome
Tabelle: Beschreibung der Bakteriellen Blattfleckenkrankheit
Maßnahmen
Pseudomonas kann nicht bekämpft werden. Nach leichtem Befall verwachsen sich die Symptome bei zunehmend trockener
Witterung. Bei stärkeren Schäden sollten Maßnahmen zur Schonung bzw. Vitalisierung der Pflanzen durchgeführt
werden, z.B. schonende Herbizidmaßnahmen oder Zusatz von Blattdüngern.
a) Viröse Vergilbung (Viröse Rübenvergilbung) In der Zuckerrübenproduktion kann die "Viröse Vergilbung" zu Ertragsverlusten bis zu 50% und 2% geringerem Zuckergehalt führen. Fördernde Faktoren:
Die "Virose" selbst kann nicht bekämpft werden, sie wird vor allem durch die Grüne Pfirsichblattlaus und nur selten durch die Schwarze Bohnenlaus übertragen. Symptome
Tabelle: Beschreibung der Virösen Vergilbung
Maßnahmen Systemische, in die Pillenhüllmasse eingearbeitete Insektizide leisten mit ihrem Schutz vor der Übertragung des Vergilbungsvirus durch Blattläuse einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung dieser Krankheit. Alternativ müssen separate Insektizidbehandlungen termingerecht durchgeführt werden. |







