Feldrandlagerung und Mietenpflege

Anforderungen:

1. Planmäßige Ablage der Rüben in Mieten und Schutz gegen Frost

Da die Anlieferung der Zuckerrüben auf die Annahme- und Verarbeitungsmöglichkeiten der Zuckerfabriken abgestimmt erfolgen muss, werden die Zuckerrüben nach der Ernte zunächst am Feldrand zwischengelagert.


Abb.: Mietenanlage (LIZ-Euskirchen)
Grundsätzlich veratmet die Rübe den eingelagerten Zucker auch in der Feldrandmiete. Diese Verluste wie auch verdunstungsbedingte Masseverluste werden durch Erwärmung noch gefördert. Geeignete Lagerbedingungen und die Einlagerung einwandfreien Rübenmaterials wirken diesen Prozessen entgegen.

Weiterhin sind für eine reibungslose Verladung beim Anlegen der Mieten die Anforderungen der eingesetzten Verladetechnik zu berücksichtigen und die Rüben an einem für die Transportfahrzeuge jederzeit befahrbaren Weg zu lagern.

Detaillierte Informationen zur sachgerechten Rübenernte und Mietenanlage bietet die LIZ-Info Rübenernte und Mietenanlage.


Abb.: LIZ
Als Mietenschutz hat sich vor allem die Abdeckung mit Vlies bewährt. Durch die isolierende Wirkung wird das Eindringen von Frost in die Miete erschwert. Dabei ist ein Luftaustausch über die Atmungsaktivität des Gewebes gewährleistet.
 

Abb.: Wickelgerät (LIZ-Euskirchen)
Da Niederschlagswasser in der Regel ausreichend abgeleitet wird, ist die Absiebbarkeit der noch anhaftenden Erde, vor allem beim Zudecken der Mieten vor ergiebigen Niederschlägen, verbessert. Das Zu- und Aufdecken der Rübenmieten wird betriebsindividuell von Hand oder zunehmend auch in Dienstleistung mit sogenannten Wickelgeräten durchgeführt. Rübenschutzvlies ist bei richtiger Lagerung mehrjährig verwendbar.

Als Abdeckmaterial wird zum Teil auch mechanisch aufgebrachtes Häckselstroh eingesetzt. Die sehr guten Isoliereigenschaften führen aber in milden Witterungsphasen zu Wärmestau in der Miete und damit zu höheren Atmungsverlusten. Zudem kann das vollständige Herausreinigen des Strohs bei der Verladung schwierig sein und führt dann zu erheblichen Problemen in der Zuckerfabrik. Auch wenn das Abdeckstroh als biologisches Material auf dem Feld verbleiben kann, ist die sachgerechte Verteilung und Einarbeitung zumeist aufwändig.

Einzelheiten zur Technik der Mietenabdeckung, eine Betrachtung der Einsatzbedingungen und der Wirtschaftlichkeit des Einsatzes finden Sie in der LIZ-Info Mietenpflege mit Vlies.


2. Verlustarme Aufnahme der Rüben aus Miete, störungsfreier und zeitgenauer Transport zur Zuckerfabrik

Die Verarbeitung der Zuckerrüben erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend in längeren Kampagnen bis Ende Dezember oder sogar in den Januar hinein. Witterungsbedingte Risiken wie Frost, Schnee und Nässe nehmen dabei deutlich zu. Aufgetaute Frostrüben sind zur Zuckergewinnung ungeeignet und stellen in extremen Fällen einen Totalverlust dar. Durch Zudecken der Rübenmieten lassen sich Frostschäden vermeiden und die Erdabreinigung verbessern. Daher ergreifen die Rübenanbauer mit finanzieller Förderung durch die Zuckerfabriken entsprechende Maßnahmen zur Sicherung der Qualität der gelagerten Zuckerrüben vor Witterungseinflüssen.

Für das Überladen der Rüben aus der Miete auf die Transportfahrzeuge werden sogenannte Reinigungslader verwendet. Über 90% der Rüben werden mit Reinigungsladern vorgereinigt.

Für eine störungsfreie Logistik zwischen Rübenanbauer und Zuckerfabrik spricht auch die Weiterentwicklung der GIS- und GPS-gestützten Rübenanlieferung.


© LIZ 2009